Reise nach Tierra del Fuego!

Mehr Bilder kommen morgen!

Ich bin grade im Auto, auf dem Weg nach Tierra del Fuego, auf deutsch Feuerland. Bevor ich wusste, dass ich mein Austauschjahr hier verbringen werde, habe ich von Feuerland natürlich schon gehört gehabt, ich hatte allerdings ehrlichgesagt keine Vorstellung davon, wo auf der Erde es liegt. Mein Wunsch, für meinen Aufenthalt in Argentinien, war ja eigentlich in eine Familie im Süden, in Patagonien (Das ist der Südliche teil von Chile und Argentinien), zu kommen. Ich habe mir die ganze zeit gedacht, dass es doch ziemlich cool sein würde, mein Jahr in Feuerland zu verbringen. Wo Ushuaia, die Südlichste Stadt der Welt, liegt, es Pinguine gibt, im Winter die Sonne nicht aufgeht und im Sommer nicht unter. Naja ich bin nicht wirklich in den Süden sondern nach Tucumàn gekommen was ganz im Norden liegt. Die Stadt, das Klima und die Lage gefällt mir zwar nicht besonders, aber der Erfolg eines Auslandsjahres kommt ja bekanntlich nicht auf den Ort an. Ich hatte aber das Glück, dass meine zweite Familie, bei der ich jetzt wohne, aus dem Süden kommt. Und zwar aus dem Süden des Südens, aus Tierra del Fuego. Die Familie meines Papas lebt immer noch dort und natürlich viele Freunde und bekannte. Um mit ihnen Neujahr zu verbringen fahren wir jetzt runter, in den Süden. Ich bin ein bisschen aufgeregt, weil es für meine Familie auch Jahre sind seid, sie das letzte mal nach Tierra del Fuego gefahren sind und ihre Familie gesehen haben und es weiß keiner dass wir kommen. Unsere Ankunft wird also für alle eine riesige Überraschung werden! Ich habe ehrlichgesagt ein bisschen Angst, irgendwie im weg sein zu werden.                                                                  Die Stadt, wo die Familie wohnt, heißt Rio Negro, liegt am Meer und ist zwei Stunden von Ushuaia entfernt. Zu dieser Stadt sind wir grade unterwegs. Vom Norden bis in den Süden vor Argentinien ist aufgrund der Größe dieses Landes schon eine ganzschöne strecke! Seid zwei Tagen sind wir jetzt unterwegs, zwei haben wir noch vor uns. Und das bei 14 Stunden fahrt Täglich. Zuerst sind wir komplett einmal durch Tucumàn gefahren, was nicht so lange gedauert hat, weil Tucumàn so klein ist. Danach sind wir nach Santiago del Estero gekommen wo wir fast eine Schildkröte überfahren hätten. Mein Bruder ist zurückgelaufen um sie einzusammeln. Sie hätte dann erstmal fast in das nagelneue Auto gepinkelt. Wir haben sie behalten und Franklin getauft, uns aber gestern unentschieden, dass Forrest, nach Forrest Gump ein besser Name ist, weil diese Schildkröte eine wirklich verdammt schnelle Schildkröte ist! Danach sind wir durch Córdoba gefahren. Die Provinzhauptstadt von Córdoba, (die auch Córdoba heißt) ist die zweitgrößte Stadt Argentiniens und ich wäre verdammt gerne ein paar Stündchen geblieben, weil ich schon von sehr vielen Leuten gehört habe, wie super diese Stadt ist. Aber da die Provinz Córdoba auch riesig ist und wir da noch durchmussten, haben wir natürlich nicht angehalten. Für mich ist es trotzdem einfach mega interessant, so viel von Argentinien zu sehen, zu beobachten wie die Landschaft sich verändert und der Tag, desto weiter wir in den Süden kommen, immer länger wird. In Tierra del Fuego geht die sonne im Moment um 11:30 abends unter und geht um 4:00 morgens wieder auf. Ganz dunkel wird es die ganze Zeit nicht.
Wie die Landschaft sich verändert ist ziemlich einfach zu erklären: Im Norden ist es grün und die Pflanzen sind hoch. Im Süden wird alles immer Gelblicher und die Pflanzen die es noch gibt sind klein und trocken. Nochmal in ausführlich: in Tucumàn sind die Bäume noch hoch, genau wie das Gras und alles ist grün. Langsam (also wirklich langsam so nach acht stunden fahrt bei 120 km/h) sieht man dann so im Süden von Córdoba die ersten Veränderungen, die Bäume sind noch vorhanden aber kleiner und das Gras ist nicht mehr ganz so Grün. Spätestens am zweiten Tag in der Pampa (mir ist nie aufgefallen, dass das ja wirklich ein Ort ist!!) merkt man, dass die Baume Kleiner werden, es viele Büsche gibt auf der deutlich steinigeren Erde. Das wenige Gras das noch bleibt schon ziemlich gelb ist obwohl es in der Pampa eigentlich viel regnet. Die Pampa ist die nördlichste Provinz Patagoniens und ich muss sagen: mit all den glorreichen Vorstellungen, die ich von Patagonien hatte, bin ich schon dezent enttäuscht worden. In der Pampa gibt es halt *Überraschung* Garnichts. Also wirklich Garnichts. Wir sind im Capital (in der Provinzhauptstadt) gewesen und ich habe gedacht dass es ein kleines Feriendorf wäre, bis ich von meiner Familie aufgeklärt wurde. Danach sind wir fünf stunden durch die Pampa gefahren. Voll die Pampa da! Man Fährt einfach immer auf einer Straße grade aus, keine Tankstelle, keine Abzweigung, einfach geradeaus, ab und zu kommt ein See weil es so viel regnet aber sonst… Nur Hügel. Halbe Stunde hoch *super cooler blick über die nächsten 50km grader strecke* uuuund wieder halbe Stunde runterfahren. Danach sind wir in die Provinz Rio Negro gefahren. Es ist eigendlich ein bisschen unfair dass alle immer sagen, dass es in der Pampa nichts gibt und dass das voll die Pampa ist, weil das für den Rest Patagoniens genauso zutrifft. Es ist nicht mehr so hügelich, langsam wird es immer flacher, mittlerweile gibt es keine Bäume mehr, sondern nur noch niedrige trockene Büsche und Sträucher. Meine Mama hat mich gefragt, wie ich Patagonien so finde und obwohl ich stolz behaupten kann das meine bisherigen Spanischkenntnisse mehr zugelassen hätten bin ich über die unglaublich kreative Beschreibung „Creó es impresionante cuánto nada hay aqui“ („ich denke es ist beeindruckend wie viel nichts es hier gibt“ wahrscheinlich so nur in grammatikalisch inkorrekt).
Vielleicht hat schon mal jemand was vom Pädagogischem Wind gehört. Hier in Rio Negro spürt und sieht man diesen Wind zum ersten mal richtig. Die wenigen Bäume die es noch gibt sind vom Wind völlig verblasen. Die Äste und Nadeln (wenn es hier Laubbäume geben würde würden die Blätter sofort abgeweht werden). Es sieht ein bisschen so aus,  wie eine völlig verpustete Frisur. Außerdem war ich heute so intelligent, einen Rock anzuziehen. Ich muss sagen, es ist echt super bequem zum reisen, aber einfach super unpraktisch mit dem ganzen wind. Ich bin ziemlich gespannt, wie es wird, wenn wir in Tierra del Fuego ankommen, weil der Wind da wohl noch deutlich stärker sein soll…
Das ist der Aktuelle stand, dritter Reisetag, um zehn Uhr morgens am 28 Dezember. Wir sind grade über die Provinzgrenze zu Chubut gefahren!

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Das ist Franklin Forrest Visserral
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Schildkrötenselfie
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Sonnenaufgang am Strand in las Grutas wo wir übernachtet haben

Kulturschock

Wir haben das Thema zwar auch schon auf der VBT gehabt und Infos von YFU darüber bekommen, aber wirklich darüber nachgedacht, was ein Kulturschock eigentlich ist, oder wie und ob er sich bei mir äußert, habe ich nicht.
Das Erlebnis in eine andere Kultur komplett rein geworfen zu werden hätte ich persönlich jetzt nicht als Schock beschrieben, aber es stimmt schon, dass es sich so anfühlt und das man auch ständig geschockt ist (Geschockt hört sich immer so negativ an, aber hier ist es nicht wirklich so gemeint. Eher als Synonym für überrascht, auch um positiven sinne). Geschockt davon wie das Essen hier schmeckt, geschockt davon wie die Straßen hier sind, geschockt wie anders der Charakter der Manschen hier ist, allgemein geschockt wie groß die unterschiede sind.
Das hat auch einige Folgen: Man ist ständig Müde, Stimmungsschwankungen, weil man im einen Moment etwas kennenlernt, oder etwas macht, was man richtig doof findet und die Laune geht so richtig runter und irgendwie ist auf einmal ALLES von der neuen Kultur doof. Und dann entdeckt oder macht man etwas total tolles und geniales und alles scheint auf einmal Super toll und perfekt. Außerdem kann, grade auch durch die Ernährungsumstellung, der Kulturschock auch Körperlich zu spüren sein (zumindest bei mir) abgesehen davon dass man müde ist. Ich hatte vor allem Kopfschmerzen, Übelkeiten und Bauchschmerzen den ersten Monat, aber das legt sich schnell wieder. Und natürlich auch Heimweh ist eine Folge eines Kulturschocks. Wenn man Unterschiede bemerkt, die einem nicht gefallen, und man nur nach Hause will um diese nicht mehr zu haben. Grade wenn man bei speziellen Sachen denkt, dass das im Heimartland besser ist oder besser gemacht wird.
So wie ich die Erfahrung gemacht habe, und so wie ich es von der Vorbereitungstagung mehr oder weniger noch in Erinnerung habe, fängt ein Kulturschock ziemlich euphorisch an. Man findet alles toll, alles ist aufregend und neu und man platzt fast vor Aufregung und Vorfreude auf die Zeit die man in der neuen Kultur verbringen darf. Nach einer oder zwei Wochen dann etwa kann man nicht mehr, wird sehr müde und einem fallen jetzt auch vor allem die negativen Seiten der Kultur auf, es kippt einfach alles so ein bisschen. Außerdem kommt es einem auf einmal sehr schwierig vor sich zurecht zu finden, die Zeit in der, zum Beispiel die Gastfamilie, alles für einen Fragt ist vorbei aber die Sprache und Gewohnheiten der Leute kennt man noch nicht so richtig. Generell wird die Sprachbarriere richtig spürbar, wenn man mit allen Leuten in der Umgebung über die drei Themen, über die man in der neuen Sprache vielleicht schon sprechen kann, gesprochen hat und es schwierig wird neues gesprächsmaterial zu finden.
Durch dieses tief müssen die meisten (ich zumindest) bevor sie sich quasi auspendeln und eine Art Normalzustand erreichen. Man kommt langsam im Alltag an, gewöhnt sich an die negativen Seiten der neuen Kultur, aber es ist auch alles nicht mehr aufregend und neu.
Es bleibt trotzdem eine Menge, und einiges von dieser Zeit was ich gelernt habe wird hoffentlich auch nie wieder weggehen, denn durch diesen Prozess zu gehen ist, glaube ich, eine der wichtigsten Erfahrungen während so einem Auslandsjahr. Nicht alles zu überstürzen, den ersten Eindruck nicht so wichtig zu nehmen (wenn er negativ ist ja klar, aber auch wenn er positiv ist sollte er die Erwartungen nicht so hochschrauben). Wenn man in ein Loch fällt, es einem nicht gut geht und man denkt es geht Garnichts mehr: Weitermachen, nicht unterkriegen lassen, manchmal einfach abwarten und wenn sich alles eingependelt hat und man im Alltag angekommen ist, weiß man, was man besser wertschätzen sollte, was man woran hat und es sind Dinge besonders, die für Andere ganz normal scheinen (das gilt wahrscheinlich auch dafür wenn man wieder in sein Heimartland kommt) und man ist sich einfach über vieles sehr viel klarer.

Ich hoffe euch hat dieser Beitrag ein bisschen weitergeholfen und ihr versteht was ich meine.
Alles Liebe,
Nina

Was ich hier so mache ;)

If you want something you never had, you have to do something you’ve never did

Hey,
ich wollte euch nur einmal einen Einblick in meinen Alltag geben, was ich hier so mache und einfach alle kleinen Sache mal erwähnen, die keinen eigenen Eintrag bekommen.
Die Schule ist zwar schon seid zwei Wochen vorbei und ich habe Ferien bis ende Februar. Ich bin in der Sekundaria im 4° gewesen, was soviel heißt wie Weiterführende Schule und 9 Klasse. Nach den Ferien werde ich dann in 5° sein, also 10 Klasse. Ich habe immer von 7:30 bis zwischen 12:00 und 13:00 Uhr Schule, also nicht besonders viel. Ich habe mich in meiner Klasse leider nicht besonders wohl gefühlt und werde deswegen, nach den Ferien in meine Parallelklasse wechseln.
Außerhalb der Schule gehe ich zwei mal die Woche zu Hockey (die aber leider grade Sommerpause haben) und ich gehe zwei mal die Woche Springreiten. Über Hockey habe ich ein Mädchen aus meinem Stadtteil kennen gelernt und über sie habe ich eine ganze menge anderer Leute, aus meinem Stadtteil kennen gelernt, mit denen ich am meisten in meiner Freizeit mache. Normalerweise essen wir einfach zusammen oder gucken einen Film oder so etwas, also ziemlich ruhige Sachen. Wir Wohnen halt alle höchstens 5 Minuten voneinander entfernt, was ziemlich praktisch ist. Die Leute hier aus dem Stadtteil kennen sich alle schon seid sie Klein sind, aber haben mich trotzdem viel offener aufgenommen, als die Leute aus der Schule zum Beispiel. Meine Eltern finden das auch ganz gut, dass ich viel mit denen aus meinem mache, es ist dann halt doch einfach nicht ganz so sicher hier wie in Deutschland.
Beim Reiten lerne ich leider nicht besonders viele Leute kennen, ich habe fast immer alleine oder nur mit einer anderen Person Unterricht, aber es macht trotzdem sehr viel spaß. Außerdem hat mir meine Reitlehrerin erklärt, dass Samstags immer sehr viele Leute da sind, bisher hat es aber an den Samstagen immer geregnet oder ich hatte was vor. Also wenn ich es irgendwann doch mal schaffe, an einem Samstag zu kommen, lerne ich da bestimmt auch nochmal Leute kennen.
Ich komme leider, auch dadurch dass jetzt drei Monate Sommerpause bei Hockey ist, nicht zu soviel Sport wie mir lieb wäre. Ich kann auch nicht einfach Joggen gehen wann ich möchte, weil das zu unsicher ist. Manchmal kommt mein Vater mit oder ich gehe mit meiner Schwester Fahrrad fahren, und ich fahre mit dem Fahrrad zum Reiten. Ich würde gerne mehr machen aber, immer wenn man etwas machen möchte, muss man sehr viel darum herum organisieren. Man fängt immer an und am ende klappt das meiste doch irgendwie wieder nicht. Meine Geschwister gehen manchmal ins Fitnessstudio, aber das gefällt mir nicht besonders gut und es ist sehr teuer. Wenn nach den Ferien die Schule wieder anfängt und Hockey auch hoffe ich werde ich deutlich glücklich hier sein, mit der neuen Klasse und regelmäßigem Sport.
Ich werde in den Ferien wahrscheinlich eine ganze menge reisen und Argentinien ein bisschen besser kennen lernen, darauf freue ich mich sehr und wenn ich dann mal was zu berichten habe werden auch ein paar mehr Einträge kommen über mein Leben hier.

Argentinisches Essen #1 Empanadas

Empanadas:

Mein persönlicher Liebling, Enpanadas sind Teigtaschen die mit unterschiedlichsten Füllungen. Es gibt warme, kalte, süße und herzhafte. Der Klassiker hier ist mir Carne, also Rindfleisch, aber auch mit Pollo, also Hühnerfleisch ist sehr häufig. Es gibt auch Empanadas mit Käse und zwiebeln, die mag ich aber nicht so gerne und viele viele mehr. Je nachdem wie die Teigtaschen geschlossen werden und welche Form sie haben, weiß man mit was sie gefüllt sind.

Normalerweise gibt es zu Empanadas immer haufenweise Zitrone, zum würzen. Man beißt ein bisschen ab und träufelt dann den Saft in den Enpanada, schmeckt echt gut. Traditionell werden Empanadas in einem Lehm Ofen gebacken der „Horno de Empanadas“ heißt. Der Unterschied zu Enpanadas aus einem normalen Ofen ist riesig, sie schmecken VIEL besser! Glücklicherweise hat meine Familie einen „Horno de Empanadas“ im Garten stehen. Und auch coolerweise war, dass die „Fiesta de Empanadas“ in Tucumàn im September gewesen ist, und ich bin am ersten Abend mit der neuen Familie dorthin gefahren bin. Das waren die besten Empanadas die es gibt!!

Klassische Empanadas, selbst gemacht natürlich! 🙂

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Horno de Empanadas
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Und meine wenigkeit beim Empanadas machen 😀

Empanada Rezept:

100 g Rind Filet (Lende)
4 Zwiebel
3 Lauch
2 Paprikaschote frisch
3 Eier
1 Pr Kümmel
1 Pr Chilipulver
1 Pr Pfeffer
1 Pr Salz
1 Pr Oregano
Teig:
300 g Mehl
125 Millilitter Wasser
5 EL Öl
3 EL Essig
Ein bissi Salz

1.
Füllung: Zwiebeln, Lauch, hartgekochten Eiern und Paprika klein hacken. Das Fleisch wird in Würfel geschnitten. Zwiebeln und Fleisch anbraten. Danach würzen, und die restlichen Zutaten hinzufügen. Alles schön anbraten. Die Füllung kann erst benutzt werden, wenn diese wieder kühl ist, sonst ist das zu flüssig.

2.
Teig: Die Zutaten zu einen glatten und elastischen Teig kneten, und für 30 Min. ruhen lassen, dann dünn ausrollen und 15 Ø cm Kreise schneiden. Mit einem großen Glas kann man sie zum Beispiel gut ausstanzen, oder kleine Teigbälle machen und die dann rund ausrollen. Diese Teigkreise kann man in manche deutsche Städte kaufen (in Köln geht das). In Argentinischen Läden nachfragen, die müssen aber für argentinische Empanadas sein, und heißen „tapas para empanadas“ (Deckeln für Empanadas).

3.
Taschen verschließen: Ein Esslöffel Füllung pro Kreis ist normalerweise in Ordnung… manchmal passt ein bisschen mehr rein, aber für das erste Mal lieber nur ein EL Füllung nehmen. Die Ränder einfach zusammen drücken.

4.
Je nach Füllung werden die Enpanadas unterschiedlich geschlossen, aber die klassische version mit Carne geht folgender maßen: Teigtasche in die linke Hand nehmen mit den Rand nach draußen. Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand die Ecke nach oben biegen, und so weiter bis zum unteren Ende des Randes. Das ist das traditionelle Muster, es gibt zahlreichlich weitere.

5.
Ofen vorheizen. Auf 180°C 15 bis 20 Min backen. Noch was, Empanadas isst man mit den Händen benutzt aber eine Servirte auch weil sie natürlich frisch gegessen am leckersten und ziemlich heiß sind.

6.
Für Vegetarier, Empanadas kann man auch einfach mit Spinat, oder Mais-Ricotta füllen.

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Typische Empanadas mit Carne - also Rindfleisch
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Eine Liste wie man Empanadas verschließt - sogar meine Argentinische Mama war begeistert!!

Gastbeitrag #1 – Gefühle

Eine Freundin von mir, Ronja, die Auch in Argentinen in meiner Nachbarprovinz ist und auch mit mir auf der VBT war hat  für mich einen Gastbeitrag über Gefühle geschrieben. Wir hoffen er gefällt euch!

Konnte nicht schlafen. Habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, ob es Drachen traurig macht, dass sie ihre Geburtstagskerzen nicht auspusten können.

Und, wie fühlt es sich so an ein Jahr im Ausland zu leben?
Keine Ahnung, sag du es mir doch, ist darauf meine Antwort, denn so gerne ich auch jedem die Erfahrung einen Austausches näher bringen will, kann ich einfach nicht beschreiben wie es sich anfühlt.
Einerseits fühle ich mich geliebt von meiner Gastfamilie, die mich vom ersten Tag an wie ihre leibliche Tochter behandelt hat. 
Das gleiche kann ich über meine Freunde sagen, die mir schon in diesen drei Monaten hier gezeigt haben, dass ich zu ihnen gehöre und sie mich eigentlich gar nicht wieder gehen lassen wollen.
Dazu kommt die Freude über Kleinigkeiten – Sätze wie „Es fühlt sich an als ob du schon immer hier gewesen wärst“, Gesten wie Umarmungen oder auch wenn meine Freunde mich mit etwas ärgern, weil es mir zeigt, dass sie mich genauso behandeln wie alle ihre anderen lebenslangen Freunde.
Natürlich auch die Aufregung, wenn ich etwas zum ersten Mal mache und all die neuen Sachen kennen lerne.
Der Stolz, wenn ich in der Schule etwas vorstellen muss und mir gesagt wird, ich hätte es gut gemacht, wenn die Leute positiv überrascht von mir sind oder wenn ich mich etwas traue, was ich mir vorher nicht zu träumer gewagt hätte, wie alleine auf französisch vor der ganzen Schule zu singen.
Andererseits sind es natürlich nicht immer nur gute Sachen, die ich fühle.
Zu Alldem gehört auch die Verzweiflung, wenn ich etwas immer wieder wiederhole, aber es einfach nicht verstehe.
Die Lustlosigkeit, wenn mir einfach alles über den Kopf wächst.
Selbstverständlich auch Heimweh und dieser Gedanke, wie es wohl jetzt in Deutschland wäre, was ich da gerade machen würde, was meine Freunde machen, meine Familie und ob sie mich überhaupt vermissen.
Die Verständnislosigkeit, wenn ich etwas einfach nicht nachvollziehen kann, obwohl es für die Leute hier normal ist.
All das fühle ich gleichzeitig und doch mal mehr, mal weniger, wobei dazu noch viel mehr gehört, was in kleinen Momenten aufflackt und mich vielleicht auch beeinflusst.
Jeder Tag ist unterschiedlich und jeden Tag fühle ich mich anders, jedr Tag zeigt mir auch eine andere Seite an mir und jeder Tag ist somit eine ganz neue Erfahrung, die ich wertzuschätzen lerne.
Ich hoffe, es ist verständlich, dass ich nicht komplett erklären kann, wie es sich anfühlt einen Austausch zu machen, ein Jahr im Ausland zu leben, seine Familie zu verlassen, eine neue Kultur kennenzulernen und die hundert Dinge, die noch daz gehören, denn diese Erfahrung – da bin ich mir schon jetzt sicher – ist definitiv einmalig.

Salta

Die Erfahrung, dass wir eines reinem Enthusiasmus fähig sind, dies ist der eigentliche Gewinn des Reisens – Johann Wolfgang von Goethe

Meine Eltern sind am Freitag Abend mit der Idee angekommen, dass wir ja einen Wochenendsausflug nach Salta machen könnten und haben mich gefragt, ob ich etwas dagegen hätte. Hatte ich natürlich nicht. Also sind meine Eltern und ich am Samstag um fünf aufgestanden um den Bus nach Salta zu nehmen. Meine Geschwister sind leider nicht mit gekommen, weil sie für die uni lernen müssen, was ich ziemlich schade fand. Der Ort wo wir unser Wochenende verbracht haben heißt Cafayate und ist ein schönes kleines Touristik Dorf in Salta, mitten in den Bergen. Weil es hier im Sommer so warm wird, ist Cafayate vor allem für den Wein, Kakteen und das wunderschöne, leichte Holz von trockenen Kakteen und die Lamas bekannt, obwohl ich leider kein einziges Lama sehen konnte.
Naja nach fast acht Stunden unterwegs sind wir dann in der ziemlich kleinen Pension angekommen. Wir hatten ein schönes Zimmer mit Küche, drei Betten und einem Badezimmer. Nachdem wir unsere Sachen abgelegt und gegessen hatten, sind wir los zum Haubtplatz vom Dorf. Mein Papa hat mir erklärt, dass es in jeder Stadt und in jedem Dorf in Norden von Argentinien so einen Platz gibt, immer auf einer Seite die Polizei ist und auf der anderen Seite die Kirche. Wir haben uns erst ein bisschen in den Geschäften um geschaut, ich habe mir Ohrringe mit einem Typischen Muster für diese Region und drei Postkarten gekauft. Danach sind wir zur Touristeninformation gegangen und haben nachgefragt was es hier alles so zum tun gibt. Die Frau hat uns erstmal einen Haufen von verschiedenen Weinverkostungen angeboten, eine Wasserfall Tour und eine Tour durch die „Natürlichen Sehenswürdigkeiten von Cafayate“. Wir haben uns für letzteres entschieden.

Wir sind dann auch schon eine Stunde später von einem Minibus abgeholt worden, nochmal etwa eine Halbe Stunde aus der Stadt raus und in die Berge rein gefahren. Der erste von insgesamt sieben Stopps war die Gesteins Form „Los Colorados“. Sie haben sich über Jahrmillionen aus einem riesigen Felsen entwickelt, indem nach und nach fast alles abgetragen wurde, bis am Ende nur noch das Stand, was man jetzt noch sehen kann.

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Danach sind wir weiter zu den „Castillos“ gefahren. Es ist wie eine riesige Gesteinsmauer, mit einem sehr breitem, aber nur einige Zentimeter tiefen, Bach davor. Also haben wir alle unsere Schuhe ausgezogen und sind zu der Mauer gelaufen, die eine Art Eingang in der Mitte hatte, sodass man durch einen gang gelaufen ist, und links und rechts diese riesigen Wände hatte. Das hat schon ziemlich cool ausgesehen!

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Zum „Obelisco“ sind wir nur kurz gefahren, ausgestiegen Fotos gemach und wieder eingestiegen. Er ist so bekannt, wegen seiner Form, die an den Obelisken in Buenos Aires erinnert.

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Danach sind wir weiter zu den „Estrados“ gefahren. Wir sind erstmal 40 Minuten hingelaufen und haben uns dann eine ganze Gruppe von Felsen, die ein grünliches, sehr stark geschichtetes Gestein hatten. Das grün kommt von dem Kupfer, das in dem Stein enthalten ist. Durch sehr viel Zeit und Wasser am Kupfer passiert irgendwas Chemisches und KA BUUMMM – der Stein ist grün. So oder so ähnlich wird es wohl gewesen sein 😉 (ich glaube es heißt Patina und wird auch in Schmuck verwendet. Könnte ja Google fragen wenn es jemanden interessiert)
Das „Anfieteatro“ ist riesig. Man läuft rein durch einen sehr langen gang, wo wieder rechts und links diese riesigen Mauern aufragen. Dann kommt man in ein riesiges rundes Gebilde, was einen supercoolen echo hat, von dem das Ding seinen Namen hat.

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Watr ein kleiner insider weil mein papa sich über meine selfies lustig gemacht hat

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Das „Anfieteatro“ ist riesig. Man läuft rein durch einen sehr langen gang, wo wieder rechts und links diese riesigen Mauern aufragen. Dann kommt man in ein riesiges rundes Gebilde, was einen supercoolen echo hat, von dem das Ding seinen Namen

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Sehr in der nähe vom „Anfieteatro“ ist die „Garganta del Diabolo“. Sie ist auch sehr ähnlich wie das „Anfieteatro“ nur dass man diesen Gang hochklettern musste. Am Ende war eine riesige wirklich beeindruckende, fast komplett runde und sehr steile Felsplatte. Zu meiner Enttäuschung, habe ich ziemlich viele Schilder mit „Klettern verboten“ finden müssen 😉

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Der letzte Stopp war ein Aussichtpunkt von dem wir bestimmt einen wunderschönen Sonnenuntergang hätten sehen können, wenn es nicht grau und Wolkig gewesen wäre, aber es war trotzdem schön.

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Am nächsten Tag haben wir uns den Wein Tourismus von Cafayate vorgenommen. Wir hätten zu unzähligen Weingeschäften Weine verkosten gehen können, aber wir sind erstmal auf die größte und älteste Plantage und (ich weiß den Namen von den Dingern grade nicht auf Deutsch von daher einfach:) Weinherstellungshäusern (ich liebe und vermisse zusammengesetzte Nomen ja so sehr!  ) von Salta gefahren. Ich habe eine Führung über das Grundstück mitgemacht und zwei Weine verkosten dürfen. Ein Rotwein und ein Weißwein halt. Ich hab mir sagen lassen, dass der Weißwein ein  Dessertwein war, mein Papa ist offensichtlich etwas geübter als ich im Wein verkosten. Er hat mit erklärt was für Aromen der Wein hat und so. Ich war dann mit Weinsprache auf Spanisch leider doch etwas überfordert. Es war halt Wein…
Nachdem wir wieder in der Stadt waren, sind wir in ein Weinmuseum gegangen. Es war eigentlich alles nur zum Lesen und auch wenn ich mich sehr bemüht habe, verstanden habe ich nicht sehr viel. Ich fand daher den Part, wo uralte Weinherstellung erklärt und die ganzen Sachen dafür eben ausgestellt wurden, ziemlich cool.

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Das es auch schon wieder drei Uhr war und um vier unser Bus gefahren ist, haben wir unsere Sachen geholt, Facturas (=Argentinische Teigwaren) gekauft und die Thermoskanne mit heißem Wasser, für die Mate, aufgefüllt. Ganz hinten im Bus sitzen, Mate trinken und Facturas essen ist leider keine so gute Idee gewesen, weil mir ziemlich schlecht geworden ist, also habe ich die ganze restliche fahrt geschlafen.

Es war wirklich ein mega cooler Trip und einfach komplett anders, als alles, was ich bisher gesehen habe. (also ich meine die Landschaften, denn –Überraschung – die ist ziemlich anders als in Deutschland und ziemlich schön)

Tucumán Messe

Erfahrungen machen ist woran der Geist wächst

Ich bin mit meiner Familie auf der Tucumán (meine Provinz) Messe gewesen. Auf dieser Messe gibt es alles was Tucumán auszeichnet und was zu seiner Kultur gehört. Also war das für mich natürlich ein muss!
Es gab zwei Messehallen und ein ziemlich großes Außengelände. In den zwei Hallen waren wir am Anfang allerdings nicht besonders lange, es gab nur ein paar Souvenirs und ziemlich viel Tourismus, was mich natürlich nicht so unglaublich interessiert hat-ich bin ja kein Tourist hier 😉 Draußen war es dann deutlich interessanter, es gab viele Stände mit Typischen Essen. Salami, Tamalis, Enpanadas (in rauen Mengen) und Zuckersaft, was ziemlich Typisch ist. Zuckersaft, also aus Zuckerrohr ganz frisch vor meinen Augen gepresst, ist grün bräunlich und man kann höchstens zwei Schlucke davon trinken, weil es so süß ist, aber trotzdem ziemlich lecker. Also haben wir uns zu fünft einen Becher geteilt und sind weiter zu den Tieren gegangen. Da es außerhalb der Städte ziemlich viele Campos, also Bauernhöfe gibt wurde auf der Messe auch ziemlich viel mit Tieren gehandelt. Hühner, Lamas (auch wenn die eigentlich eher Typisch für Jujuy, was im Norden liegt, sind) Kühe, Schweine, Vogelstrauße und Pferde. Die Pferde sind den ganzen Tag über auf einem großen Platz vorgestellt worden. Immer sechs oder sieben Pferde mit Reitern gleichzeitig. Die Pferde hier können super schön Tölten. Tölt ist eine mehr oder weniger seltene Gangart, bei der der Reiter sehr ruhig im Sattel sitzen kann. Am Ende sind dann die Plätze von eins bis sechs oder sieben festgelegt worden und ich schätze mal danach sind dann auch die Preise festgelegt worden.  Ich fand ziemlich cool, dass die Reiter alle die Traditionellen Gauchoklamotten an hatten und ich das von daher mal sehen konnte. Mein Papa ist dann noch ein bisschen da geblieben, um weiter zuzuschauen, wärend ich mit meinen Geschwistern und meiner Mutter weiter über das Außengelände gelaufen sind. Es gab ein ziemlich coolen Gaucho Shop mit der Traditionellen Kleidung, Mateausrüstung aus Holz und Leder und Geschirr, und auch alles andere was man brauchen könnte, für die Pferde. Es gab noch ein Paar Stände mit handgemachten Sachen, Honig, Turrón (das ist eine sehr süße Kreme die normalerweise in einem Riegel ist aber traditionell einfach nur eine Kreme), Mate und Klamotten. Es ist dann schon langsam dunkel geworden also haben wir einen Honig vom Campo und Saft vom Campo, also total Bio, gekauft, haben Papa abgeholt und sind nach hause gefahren. Es war echt cool und ich bin abends halb tot ins Bett gefallen, ich war so müde!!